Joachim Berke

Autor und Fotograf

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Glatz aus der Vogelschau 1737

Glatz aus der Vogelschau 1737

Aelurius gibt von der Stadt Glatz folgenden Bericht in seinem historischen Buch. Die Bauart
der Stadt Glatz betreffend, so sind seine Häuser auf alte Manier meist schlecht und
unansehnlich mit Giebeln und Wänden aufgeführt, größtenteils aus Holz und Lehmwänden.
Nichts desto weniger würde der sehr irren, welcher daraus schließen wollte, dass Glatz eine
arme und geringe Stadt sei, denn die gemeine Bürgerschaft hat immer dahin getrachtet, dass
sie mehr inwendig in ihren Häusern alles zierlich und ansehnlich bestellen mögen als von
außen in den Giebeln und Wänden ihren Reichtum und Ansehen jedermann für die Augen zu
stellen und an den Tag zu geben, den sie wegen ihres Reichtums vor dem Kriege wohl
beschrieen gewesen. Während des Krieges hat sie aber viele tausend Taler herstrecken
müssen, eben so vor und nach der Belagerung, dass es nicht vielen tausend Talern sondern
mit Tonnen Goldes berechnet werden kann. Fast in allen Häusern sind schöne Keller, groß,
weit und herrlich gewölbt, weil sie in den Felsen gehauen sein. Auf die Keller verwenden sie
viel, weil sie darin ihr Märzbier bisweilen zu halben Jahren und länger aufbewahren. Ferner
findet man auch in den meisten Häusern schöne große Zimmer, Gewölbe und Stuben, die mit
Zinn und schönen Teppichen überflüssig und zum schönsten geschmückt sind und ist deshalb
diese Stadt sehr berühmt gewesen und gelobt von vornehmen Personen, die ihren innerlichen
Vorrat und Schmuck gesehen haben. Aelurius gibt hiervon ein Beispiel an: Im Jahr 1605 ist
der mährische Landherr von Triebe mit 14 Wagen nach Glatz gekommen, hat sich etliche
Wochen da aufgehalten und in der Schwedler Gasse in einem Eckhaus an der Seite gegen das
Schloss zu gewohnt und nachher die Stadt sehr gerühmt. In eben diesen Jahren kamen im
November dreihundert Polen und übernachteten in Glatz, unter welchen sich der Bischof von
Krakau und der Marschall des Königs, welche der Königin entgegen zogen. Zwei Tage darauf
kam auch des Königs Braut, Constantine, Erzherzogin von Österreich, welche der
Stadthauptmann mit zweihundert der vornehmsten Bürger entgegen zog und sie begrüßte und
darauf ihre Reise, von der glätzischen Ritterschaft bis Wartha begleitet, fortsetzte.
Die Polen rühmten die Stadt Glatz sehr, insbesondere deshalb, dass der Rat hatte die sieben
große Stücke bei ihrem Durchzug abfeuern lassen und auch aus den anderen vierundzwanzig
Donnerbüchsen Freudenschüsse getan; auch die glätzischen Bürgerschaft in ihrer besten
Rüstung von der Taberne an bis an die Hofziegelscheuer auf beiden Seiten sich aufgestellt
hatte. Auch mehrere hohe Hochzeiten sind auf dem Ring zu Glatz abgehalten worden.

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